„Dieser Gebäudekomplex wird so etwas wie die Visitenkarte des Südkreuzes sein“

„Dieser Gebäudekomplex wird so etwas wie die Visitenkarte des Südkreuzes sein“

Berlin, 21.09.2026

Das Südkreuz hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Rund um den Bahnhof ist ein vielfältiges urbanes Quartier entstanden, das sich zunehmend zu einem Standort für städtische Innovation, Infrastruktur und vernetztes Arbeiten entwickelt. Mit dem S!nn-Campus, dem gemeinsamen Projekt von BSR und berlinovo, kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu. Für Jörn Oltmann, Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, hat das Vorhaben deshalb eine besondere Bedeutung: Der neue Gebäudekomplex könne zur „Visitenkarte“ und weithin sichtbaren „Landmarke des Südkreuzes“ werden. Im Interview spricht Oltmann über die Entwicklung des Standorts, die Chancen für den Bezirk und darüber, was er sich für die kommenden Jahre der Bauzeit wünscht.

1. Am Südkreuz entsteht in partnerschaftlicher Zusammenarbeit von BSR und berlinovo ein innovativer, künftig weithin sichtbarer Gebäudekomplex. Welchen Stellenwert hat das Projekt für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg?

Ich finde, dass das gemeinsame Bauvorhaben von BSR und berlinovo ein spannendes Projekt ist.

Zunächst einmal muss man aber nochmal hervorheben, wo das Ganze stattfindet. Das Südkreuz hat sich in den letzten Jahren wirklich zu einem wahnsinnig interessanten, vielfältigen urbanen Zentrum entwickelt. Und dieser Gebäudekomplex wird so etwas wie die Visitenkarte, die weithin sichtbare Landmarke des Südkreuzes sein. Direkt am Bahnhof Südkreuz und mit einer sehr guten Verkehrsanbindung liegt das Grundstück schon heute in einer absoluten Top-Lage. Gerade diese Anbindung wird dazu beitragen, dass man dort weitgehend ohne Auto arbeiten kann.

Ich glaube, dass hier ein hochattraktives Vorhaben entsteht, von dem die Nachbarschaft, Tempelhof-Schöneberg und Berlin insgesamt profitieren werden. 

2. Das Südkreuz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Ort städtischer Innovation und Vernetzung entwickelt. Warum passt der S!nn-Campus von BSR und berlinovo so gut in dieses Umfeld und die Nachbarschaft?

Wenn wir noch einmal zurückspringen: 2006 waren an dieser Stelle ein Weihnachtsbaumverkauf und ein Zirkuszelt die absoluten Highlights. Heute finden wir dort ein vielfältiges urbanes Quartier mit unterschiedlichen Bauherren, unterschiedlicher Architektur und unterschiedlichen Menschen vor. Diese Vielfalt macht das Südkreuz aus.

Der S!nn-Campus passt für mich sehr gut in diese Entwicklung. Der Kiez bekommt dort eine attraktive Erdgeschosszone mit Aufenthaltsqualität, Gastronomie und Angeboten, bei denen die Arbeit der BSR und der Umgang mit Ressourcen auch für die Öffentlichkeit erfahrbar werden. Es entsteht ein belebter Ort, an dem man sich begegnen und gerne aufhalten kann. Das ist gerade an einem Standort wie dem Südkreuz wichtig, an dem sehr viele Menschen täglich ankommen, arbeiten oder unterwegs sind.

Gleichzeitig wird mit der Architektur und der Bauweise der Anspruch verfolgt, ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Gebäude zu schaffen. Wer heute für die kommenden Jahrzehnte baut, muss solche Kriterien berücksichtigen.

Und ich finde es wichtig, dass wir hier zwei starke landeseigene Unternehmen haben. Das Grundstück bleibt in öffentlicher Hand und damit bleibt auch langfristig die Möglichkeit erhalten, diesen wichtigen Standort weiterzuentwickeln und zu gestalten. Das ist aus Sicht des Bezirks ein großer Wert.

Hinzu kommt, dass BSR und berlinovo als landeseigene Arbeitgeber für gute Arbeit, Ausbildung und berufliche Perspektiven stehen. Auch das ist für den Bezirk ein wichtiger Impuls.

3. In den Gebäudeteilen werden moderne Büro- und Gewerbeflächen realisiert, daneben entsteht hier die künftige BSR-Zentrale. Welche Impulse kann der S!nn-Campus dem Standort und dem Bezirk insgesamt bringen?

Energie, Verkehr und Infrastruktur sind hier zu Hause. All das ist entscheidend für das Funktionieren einer Stadt wie Berlin. Ob die NBB Netzgesellschaft, GASAG, Vattenfall oder viele weitere – schon heute sind am Südkreuz und in unmittelbarer Nachbarschaft am EUREF-Campus zentrale Infrastrukturunternehmen vertreten. Die BSR ist dafür eine extrem wichtige Ergänzung. Zudem wird das Unternehmen mitten in der Stadt anfassbar, dass gleichzeitig in einem sehr dynamischen Umfeld arbeiten wird. Dadurch entsteht ein Nukleus mit besonderer Bedeutung.

Ich glaube, dass diese Verbindung aus Infrastrukturunternehmen, spannender Architektur und städtebaulicher Entwicklung dafür sorgen wird, dass dieser Ort über viele Generationen hinweg positiv wahrgenommen wird.

4. Der 14-stöckige Büro-Gebäudeteil wird weithin sichtbar sein. Hat das Gebäude das Potenzial, eines der architektonischen Wahrzeichen des Bezirks zu werden?

Ich glaube, das Potenzial dafür ist da. Ein Gebäude lebt natürlich einerseits durch seine Ausstrahlung und seine Architektur. Das Auge isst bekanntlich mit. Entscheidend ist aber auch, welche Nutzung dort stattfindet. Beides spielt zusammen: die Nutzung auf der einen Seite, die Architektur auf der anderen.

Wenn sich dort Unternehmen ansiedeln, die mit der BSR und anderen Akteuren am Standort kooperieren, kann daraus etwas Besonderes entstehen. Denn der Impuls solcher Standorte geht nicht nur von einem einzelnen Unternehmen aus, sondern auch von dem, was sich drum herum entwickelt: weitere Unternehmen, Dienstleister und Kooperationen. Zusammen mit einer markanten Architektur kann das eine ganz eigene thematische Standortentwicklung ermöglichen.

5. Die Fertigstellung des S!nn-Campus ist für 2029 geplant. Was wünschen Sie sich und den Baupartnern für die kommenden rund drei Jahre?

Natürlich wünsche ich den Baupartnern zunächst einmal eine unfallfreie Bauzeit und dass die vorgesehenen Bauzeiten eingehalten werden.

Genauso wichtig ist für mich eine gute Kommunikation mit dem Kiez und der Nachbarschaft. Wir wissen alle, dass in den kommenden Jahren viele Baustellen und damit auch Einschränkungen auf die Berlinerinnen und Berliner zukommen werden. Das lässt sich nur abmildern, wenn man transparent kommuniziert und dafür sorgt, dass die Menschen wissen, was gerade passiert und was als Nächstes geplant ist.

Für mich steht das Südkreuz insgesamt für einen gelungenen Mix aus Arbeiten und Wohnen und für einen Standort, an dem viele Wege auch ohne Auto möglich sind. Dass das auch während der Bauzeit funktioniert, ist wichtig. Dafür wünsche ich den beiden Projektpartnern gutes Gelingen.

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