„Aus guter Nachbarschaft kann echte Zusammenarbeit entstehen“

„Aus guter Nachbarschaft kann echte Zusammenarbeit entstehen“

Berlin, 01.09.2026

Als der EUREF-Campus in Schöneberg aufgebaut wurde, glaubten längst nicht alle an das Potenzial des Standorts. Heute hat sich rund um das Südkreuz ein wachsendes Netzwerk aus Unternehmen und Institutionen entwickelt, die an zentralen Zukunftsfragen der Stadt arbeiten. Mit dem S!nn-Campus von BSR und berlinovo bekommt dieses Netzwerk künftig einen neuen Nachbarn. Karin Teichmann, Vorständin des EUREF-Campus, spricht im Interview über die Entwicklung des Standorts, die Chancen einer engeren Vernetzung und darüber, warum aus guter Nachbarschaft echte Zusammenarbeit entstehen kann.

Der EUREF-Campus ist ein Zukunfts- und Innovationsstandort mit einer Strahlkraft, die weit über die Berliner Stadtgrenzen hinausgeht. Wie hat sich das Gebiet rund um das Südkreuz aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren insgesamt verändert?

Mit dem EUREF-Campus haben wir 2008 in Schöneberg begonnen, ein Thema zu setzen und zugleich räumlich zu verorten: die Energie- und Mobilitätswende. Damals haben nicht viele an diesen Standort geglaubt. Heute arbeiten, forschen, lehren und lernen allein bei uns rund 7.000 Menschen an Lösungen für den Klimaschutz und die Zukunft unserer Städte.

Dass sich in den vergangenen Jahren weitere Unternehmen und Institutionen mit passenden Themen rund um das Südkreuz angesiedelt haben, ist deshalb nur logisch – und großartig. Aus einem unterschätzten Standort ist ein wichtiger Zukunfts- und Innovationscluster geworden. Das zeigt: Wenn man einen Ort mit einer klaren Idee entwickelt, kann daraus eine Strahlkraft entstehen, die weit über das einzelne Areal hinausgeht.

Mit dem S!nn-Campus entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft des EUREF-Campus ein weiterer innovativer, nachhaltiger Gebäudekomplex. Warum passt das gemeinsame Projekt von berlinovo und BSR zum Standort Südkreuz?

Unsere gemeinsamen Herausforderungen sind wirklich groß: Klimaneutralität, sichere Energieversorgung, Digitalisierung, moderne Infrastruktur und der Mangel an Fachkräften verlangen nach Innovation – und nach vielen Orten, an denen Innovation tatsächlich entstehen kann.

Genau dafür steht der Standort Südkreuz heute. Hier kommen Unternehmen zusammen, die an ganz ähnlichen Zukunftsfragen arbeiten. Der S!nn-Campus passt deshalb nicht nur räumlich, sondern vor allem thematisch hervorragend hierher. Herzlich willkommen in der Nachbarschaft!

Neben modernen Bürowelten entsteht auf dem Areal die neue Unternehmenszentrale der BSR. Welche Chancen entstehen, wenn sich Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Infrastruktur am Südkreuz miteinander vernetzen?

Die Bewältigung der Herausforderungen, vor denen wir stehen, wird nur gemeinsam gelingen. Innovation lebt von Begegnung, Austausch und unterschiedlichen Perspektiven. Genau darin liegt die besondere Stärke eines Clusters: Wenn Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen aufeinandertreffen, entstehen neue Ideen und im besten Fall auch neue Lösungen. Wir haben auf dem EUREF-Campus erlebt, wie das funktioniert.

Der S!nn-Campus soll nicht nur ein Gebäudekomplex, sondern auch ein Ort des Austauschs und der Zusammenarbeit werden. Sehen Sie konkrete Möglichkeiten für Kooperationen zwischen S!nn-Campus und EUREF-Campus?

Absolut. Als Partnerin des InfaLabs ist die BSR bereits heute auf dem EUREF-Campus sichtbar und engagiert. Sie nun in noch engerer Nachbarschaft zu haben, eröffnet viele neue Möglichkeiten. Für uns ist das zugleich ein Ansporn, den Blick noch stärker auf die Themen Kreislaufwirtschaft, Ressourcen und Stoffströme zu richten. Gerade hier können sich unsere Aktivitäten sehr gut ergänzen. Ich bin überzeugt: Aus guter Nachbarschaft kann echte Zusammenarbeit entstehen. Gemeinsam können wir das Klimaschutzcluster Südkreuz noch stärker machen.

Der EUREF-Campus steht für die Idee, ein inspirierendes Umfeld zu schaffen, das Innovation und Kollaboration fördert. Berlin wird oft nachgesagt, dass so etwas in der Stadt zu selten gelingt. Ist es ein ermutigendes Beispiel, wenn zwei kommunale Unternehmen gemeinsam ein solches, zukunftweisendes Projekt realisieren?

Berlins Zukunft entsteht nicht dort, wo Probleme am eindrucksvollsten beschrieben werden. Sie entsteht dort, wo Menschen den Mut haben, sie zu lösen. Berlin hat dafür alle Voraussetzungen: kluge und engagierte Menschen, starke Institutionen, eine lebendige Wissenschafts- und Gründerszene – und einzigartige Orte. Jetzt kommt es darauf an, diese Voraussetzungen auch zu nutzen. Dafür braucht es Mut, Ambition und vor allem den Willen, Dinge tatsächlich umzusetzen. Wenn berlinovo und BSR mit dem S!nn-Campus genau das tun, ist das ein gutes Signal.

Wir wünschen beiden viel Erfolg und freuen uns darauf, gemeinsam zu zeigen, dass es geht in Berlin.

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